220 PS leistet das Sondermodell und damit 20 PS mehr, als der aus den Schwestermodellen bekannte 2.0 TFSI sonst leistet. Erreicht wurde diese Mehrleistung nicht nur über die Neuprogrammierung der Motorsteuerung sondern auch durch die Verwendung spezieller Kolben und eines modifizierten Turboladers. Auch das Drehmoment hat durch diese Maßnahmen um 20 auf 300 Newtonmeter zugelegt. Derart motorisch gerüstet, rückt der A4 DTM Edition zumindest bei der Höchstgeschwindigkeit dem RS4 bedrohlich nahe. 247 km/h gibt Audi für das Sondermodell an, das ist selbst der 200 PS stärkere RS4 wegen der selbst auferlegten Beschränkung auf 250 km/h marginal schneller. Die meisten Punkte verbucht der A4 DTM Edition beim Verbrauch, da sich das Turbo-Aggregat auf hundert Kilometer Fahrtstrecke mit bescheidenen 8,1 Litern Kraftstoff begnügt. Für ein Fahrzeug dieser Kategorie, dass so ganz nebenbei den obligatorischen Spurt aus dem Stand auf 100 km/h in nur 7,1 Sekunden absolviert, ein ausgezeichneter Verbrauchswert.
Als hervorragend darf auch – der Name verpflichtet – die Auslegung des Fahrwerkes bezeichnet werden. Dank strafferer Feder-/Dämpferkennung des S line-Sportfahrwerkes und der Tieferlegung um 20 Millimeter lenkt der A4 DTM Edition noch spontaner ein und vermittelt einen deutlich besseren Kontakt zur Fahrbahn. Insgesamt ist die Abstimmung ein derart gelungener Kompromiss zwischen Sport und Alltag, dass die Entscheidung zugunsten des optionalen Allradantriebes nur jene betreffen wird, die häufig auf Traktion unter schwierigen Bedingungen angewiesen sind. Bei normalen Witterungsbedingungen reicht die Leistungsfähigkeit des frontgetriebenen A4 DTM Edition vollkommen aus - er lässt sich beinahe gänzlich neutral und zudem äußerst flott bewegen.
Doch neben seinen ausgeprägt dynamischen hat das Sondermodell auch eine Menge anderer Qualitäten zu bieten. Diese spiegeln sich in der Detailverliebtheit sowohl außen als auch innen wider. So ist der Audi-typische Singleframe-Grill komplett in phantomschwarz (!) – „schweres“ Chrom passt so gar nicht zu Motorsport. Noch mehr Rennstrecken-Flair kommt durch die Platzierung einzelner Kohlefaserelemente auf, die als Synonym für Leichtbau und Festigkeit gelten. Der Frontspoiler weist neben zusätzlichen Lufteinlässen auch noch eine Lippe aus Sicht-Kohlefaser auf, der es beim Parken vor hohen Kantsteinen besonderes Augenmerk zu schenken gilt. Die Nähe zur DTM bezeugen ferner die geänderten Seitenschweller und das sportlich gestaltete Heck. Zwei dicke Auspuffrohre von jeweils zehn Zentimetern Durchmesser flankieren den Diffusor. Das i-Tüpfelchen des Hecks ist die kleine Lippe auf dem Kofferraumdeckel – selbstredend auch aus Carbon.
Beim Interieur werden die Insassen weiter mit Kohlefasereinlagen in Armaturenbrett und Türen verwöhnt. Einmal in den tadellosen Recaro-Sportsitzen Platz genommen, fällt außerdem das besondere Material an Lenkrad, Schaltknauf und Handbremshebel auf. Dabei handelt es sich um Nardia, einem speziellem Mikrofaser-Stoff, der in seiner Haptik stark an Wildleder erinnert. Und das wird im Motorsport von den Profis wegen der besseren Griffigkeit insbesondere an Lenkrad und Handschuhen geschätzt. Ein sehr eleganter Weg, die Eigner dieses A4 jeden Tag aufs Neue an die Herkunft des Sondermodells zu erinnern.
Fazit: Der Audi A4 DTM Edition ist mit 38.550, bzw. 40.650 Euro als Allrad-Version wahrlich kein Sonderangebot. Dennoch überzeugt das Sondermodell aufgrund seines sehr ausgewogenen Charakters und dem in Relation zu den Fahrleistungen sehr niedrigen Verbrauch. Audi formuliert es in seinen Anzeigen so: „Technik sollte nicht nur Kräfte bewegen. Sondern Gefühle.“ Für den A4 DTM Edition trifft das zweifelsohne zu.
...zurück zur den Fahrberichten